verschiedene Sedimentfilter und eine nachfüllbare Remineralisierung

Wer zum ersten Mal Wasser direkt aus einer Osmosemembran trinkt, bemerkt meistens sofort etwas: Es schmeckt anders. Nicht schlecht, aber auffällig flach, fast wie destilliertes Wasser. Das ist kein Fehler im System, sondern die logische Folge davon, wie eine Osmosemembran arbeitet.

Was die Membran mitnimmt

Die Osmosemembran in der Varuna-Trinkwasserstufe hält, wie in Die Umkehrosmose als Filtertechnik bei der Wasseraufbereitung beschrieben, praktisch alles zurück, was größer ist als ein Wassermolekül (Wasserstoff und Sauerstoff, zwei sehr kleine Atome). Das betrifft Schadstoffe und Keime genauso wie gelöste Mineralien: Calcium, Magnesium, Kalium. Am Ende der Membran kommt technisch nahezu reines Wasser heraus, ohne die Mineralstoffe, die Leitungswasser oder Quellwasser normalerweise ihren Geschmack geben.

Das ist ausdrücklich etwas anderes als das muffige oder gallige Geschmacksproblem, das ich in Geschmack ist kein Zufall – warum Bordwasser oft muffig riecht und in Galliges, fauliges Wasser nach längerer Standzeit behandelt habe. Dort geht es um Verunreinigung. Hier geht es um das Gegenteil: Wasser, das zu rein ist, um noch nach etwas zu schmecken.

Wo die Remineralisierung in der Kette sitzt

Der Filterprozess der Varuna-Trinkwasserstufe verläuft so: 3-fach Sedimentfilter mit 5 und 1 Mikron und einem Aktivkohleblock, Druckerhöhungspumpe bis 6 bar, Osmosemembran, Remineralisierungskartusche, UV-Desinfektion mit 12 Watt und dann Wasserhahn oder Tank. Die Remineralisierungskartusche sitzt also bewusst direkt nach der Membran und vor der UV-Stufe, um einer Nachverkeimung des Wasser durch die Remineralisierungskartusche entgegenzuwirken.

Was die Kartusche macht

In der Kartusche strömt das Permeat (so nennt man das Wasser nach der Membran) durch ein Mineralgranulat, meist auf Calcit- oder Magnesiumoxid-Basis. Dabei löst sich ein kleiner, kontrollierter Anteil der Mineralien wieder im Wasser. Zwei Effekte kommen dabei zusammen: Der pH-Wert steigt leicht an, reines Osmosewasser ist von Natur aus eher sauer und der Geschmack wird runder, weil wieder Mineralstoffe im Wasser gelöst sind.

Die Remineralisierung ist keine Sicherheitsstufe, sondern eine Geschmacks- und pH-Korrektur. Die eigentliche Keimreduktion übernimmt die nachgeschaltete UV-Desinfektion.

Warum die Reihenfolge kein Zufall ist

Würde die Remineralisierung vor der Membran sitzen, würde die Osmose die zugesetzten Mineralien größtenteils wieder herausfiltern, der Aufwand wäre sinnlos. Und würde sie nach der UV-Stufe sitzen, bestünde die Möglichkeit, dass sich im Mineralgranulat unbemerkt Keime ansiedeln, ohne dass die UV-Desinfektion noch einmal darüber laufen könnte. Die Position zwischen Membran und UV-Stufe folgt deshalb einer klaren Logik: erst reinigen, dann Mineralien zusetzen, dann ein letztes Mal keimfrei machen.


Daniel Nitzschke - Varuna-Wasserfiltersysteme
Wer steckt dahinter

Daniel Nitzschke

Entwickler. Dauerlieger.

Varuna ist kein Produkt aus dem Katalog – sondern das Ergebnis eines sehr konkreten Problems. Ich lebe seit Jahren auf meinem Boot in Berlin und bin dabei auf eine Frage gestoßen, die sich jeder Bootseigner irgendwann stellt: Woher kommt das nächste Wasser?

Mit einem ehemaligen Dampf-Schlepper von 17 Metern Länge und einem Tiefgang von eineinhalb Metern war die Antwort ernüchternd. Der nächste Hafen mit Wasseranschluss war weit. Das Wasser in der Berliner Spree trüb, algenbelastet, nach konventionellen Maßstäben nicht nutzbar.

„Es ging nie ums billigste Wasser an Bord – es ging darum unabhängig zu sein von Tankstellen, Kanistern und schlechtem Timing. Aus Begrenzt-und-ungeprüft wird Soviel-du-willst-in-Reinstqualität."

Als Entwickler habe ich angefangen zu experimentieren – Komponenten aus der professionellen Schwimmbadreinigung, modularer Aufbau, hunderte Liter kontaminiertes Spreewasser durch Versuchsaufbauten. Solange, bis das System auch nach langer Laufzeit zuverlässig sauberes Trinkwasser lieferte.

2025 ist die nun zweite Generation der Varuna Wassermacher am Markt: kompakter, nach wie vor mit innovativem Rückspülsystem, UV(C)-Desinfektion statt Chlor – und natürlich überall plug-and-play einsatzbereit.

Mehr über die Entstehungsgeschichte →